Sommergarten 2026: Les Rhinocéros

26-07_Nilpferd (Foto: Adobe Stock)
Auch im Sommer hält der biodivers gepflegte Pfarrhausgarten Überraschungen bereit.
Die Gärtnerin und der Verfasser dieser Zeilen entdeckten letzthin Spuren seltsamer Erdarbeiten im Garten – offenbar hatte ein Tier Teile des Erdreichs auf der Suche nach Nahrung umgegraben. Zudem fand sich am Rande der Hecke ein gut verborgenes Loch, unzweifelhaft eine Latrine.

Welche Tiere machen so etwas? Die per Handy jederzeit erreichbare KI wusste flugs Bescheid. Das war die untrügliche Spur eines sehr reinlichen Tieres. Gut – aber welches, liebe KI? Die KI verwies auf Nashörner. Die benützen Latrinen. «Gute Güte!» entfuhr es dem Verfasser. Nashörner im Garten? Vielleicht sollte das Konzept der biodiversen Hege und Pflege des Gartens nochmals überdacht werden? Hornissen im Garten sind hübsch, kluge Krähen auch, die netten Igel sowieso, meinetwegen auch die drallen Katzen – aber Nashörner, die sich zudem gerne in Herden bewegen? Das geht zu weit. Nashörner sind einfach zu gross, und zu fremd. Erneut ein Dichtestress, ein enormer, dazu im idyllischen Garten. Wo sollten denn all die anderen Tiere hin? Ja – wo sollten wir hin?

Während der Verfasser bereits die schönen Blumen und den noch schöneren Grill zertrampelt sah, sagte die Gärtnerin, dass die KI nochmals befragt werden sollte. Mit dem Zusatz «kleineres Tier». Und siehe da. Die KI hatte ein Einsehen und sagte: «Mantelpavian oder Dachs». Gross war die Erleichterung. Keine Nashörner. Der Garten bleibt biodivers. Mantelpaviane seien nämlich für einen Pfarrhausgarten eine äusserst lebhafte und biodiverse Bereicherung. Sagt die KI.
Pfr. Erich Wyss