55 Jahre Chorfenster Meilen – 125 Jahre Künstler Max Hunziker

26-07_HUNZIKER_Reben (Foto: Petra Steiner)
Doppel-Jubiläum: Der Künstler Max Hunziker wurde vor 125 Jahre geboren, und vor 55 Jahren erschuf er die Chorfenster unserer Kirche.
Max Hunziker wird in einer Ausstellung im Ortsmuseum im Herbst dieses Jahres gewürdigt. Seine Chorfenster sollen auf eigene Weise ebenfalls eine Würdigung erfahren. Mit der dringenden, aber aufwändigen Restaurierung soll deren Erhaltung für weitere Jahrzehnte gesichert werden.

Durch kurze Beiträge, in lockerer Abfolge erscheinend, informiert Sie, über «Hintergründiges sowie Vordergründiges» zu den einmaligen Chorfenstern und zu deren geplanten Restaurierung.

(1) Innovation für die Glasmalerei
Max Hunziker eröffnete der Glasmalerei durch den Einsatz von Organglas neue gestalterische Möglichkeiten. Farbgebung oder Farbschattierungen gelangen dank Variierung der eingesetzten Farbgranulate beim Einfärben der Scheiben. Die Anwendung dieser Technik verdankte Max Hunziker der engen Zusammenarbeit mit Karl Ganz. Marcel Andris, Kirchenpfleger (2014 – 2026)

(2) Wie die Kirche Meilen zu Chorfenstern von Max Hunziker kam
Die Geschichte der neuen Chorfenster von Max Hunziker nahm ihren Anfang mit dem Jubiläum zum 1’000-jährigen Bestehen unserer Kirche Meilen im Jahr 1965. Die Kirchenpflege beschloss, dieses Jubiläum im Rahmen einer öffentlichen Feier für ganz Meilen zu begehen. Der damalige Pfarrer Marty richtete ein Gesuch um einen finanziellen Beitrag für die Feierlichkeit an den Gemeinderat und setzte damit un-beabsichtigt den Startpunkt zu neuen Chorfenstern. Marcel Andris, Kirchenpfleger (2014 – 2026)

(3) Das Reben-Fenster – theologischer Input
Weintrauben waren und sind für eine Weinbau-Gemeinde wie Meilen von grosser Bedeutung. Auch deswegen dürfte Max Hunziker Trauben und Weinlaub in einem der Kirchenfenster derart prominent abgebildet haben.
Weinbau ist aber in der Bibel mehr als Landwirtschaft. Weinbau steht für Gottes Fürsorge. Da der Weinbau sehr zeitintensiv ist, braucht es eine grosse Geduld, bis der Wein trinkfertig konsumiert werden kann. Der Mensch kann die Pflanzen hegen und pflegen, aber ein einziger Hagelsturm kann die Ernte zunichtemachen. Der Mensch kann an einem geeigneten Tag ernten, aber nur gemeinschaftlich lässt sich eine reiche Ernte einbringen.
Der Mensch kann im Keller vieles bewirken, doch die kleinste Unachtsamkeit genügt, um den Ausbau des Weins zu gefährden. Das bedeutet: Der Weinbau ist nicht nur in des Menschen Hand. Der Weinbau erinnert uns Menschen daran, dass vieles nur mit Geduld, sorgfältiger, gemeinschaftlicher Arbeit und Hoffnung gedeihen kann. Und biblisch gedacht: Darüber hinaus nur mit Gottes Hilfe. Pfr. Erich Wyss