Gottesdienst an Auffahrt

Do. 18.05.2023, 09.45 bis 10.45 Uhr
Kirche, Seestrasse 585, 8706 Meilen
Pfarrperson: Pfr. 👤 (keine Angaben)
Musik: Die musikalische Gestaltung im Gottesdienst übernimmt das mittlerweile zehnköpfige Musikensemble Meilen. Es erklingen: die Kirchensonate D-Dur KV 69 von W.A. Mozart, die Pavane von G. Fauré und der Canon mit Gigue von J. Pachelbel.
Kollekte: Kollekte Landeskirche ZH: Bibelkollekte, IBAN CH42 0900 0000 8722 6112 3
Mehr Himmel auf Erden

Wie sieht es im Himmel aus? Da gibt es z. B. ein altes ägyptisches Bild mit der Sonnengöttin als Himmelszelt, oder Bilder aus Mesopotamien. Oder das alttestamentliche Weltbild. Es hat im Vergleich dazu eine Besonderheit: Während sonst die göttliche Sphäre klar abgetrennt ist, steht beim biblischen Weltbild der Thron Gottes auch unten auf der Erde.

Gemäss Bericht über die Himmelfahrt Jesu schauen die Jünger nach seinem Entschwinden noch lange in den Himmel. Darin schwingt die Sehnsucht mit, dass Gott und der Himmel uns nahe seien. Mehr Himmel auf Erden!
Aber hilft dazu der Blick in den Himmel? Lenkt er nicht vielmehr ab von dem, was hier unten ist?

Den Blick fixiert auf die Erde gelingt es uns allerdings oft auch nicht, die Probleme zu lösen. Vielmehr drohen wir zu zerbrechen unter der Last der Verantwortung für die Welt. Wenn unser Blick auf die Realität ehrlich ist, müssen wir zugestehen, wie kläglich unsere Lösungsversuche oft sind.

Karl Barth, einer der grossen Schweizer Theologen, hat immer von der sogenannten Realität gesprochen. Er meinte damit, dass das, was uns als Realität verkauft wird, nur in einer oberflächlichen Weise Realität sei. Die eigentliche Realität sei diejenige, dass Gott die Welt geschaffen hat und sie auch erhält, und nicht der Mensch. Und deshalb sollen wir in den Himmel schauen, damit wir nicht gelähmt werden durch den Blick in die menschlichen Niederungen und Sachzwänge.

Das Himmelfahrtsfest ist ein Fest für die, die Mühe haben, weiter zu sehen als bis zum nächsten Tag. Für die, die spüren wollen, es gibt noch etwas anderes als die Meldungen der Tageszeitung und das Gerede der Nachbarn.

Mehr Himmel auf Erden kann nicht einfach organisiert werden. Dass der Thron Gottes sichtbar wird bei uns, liegt zwar nicht in unserer Hand, hat aber damit zu tun, ob wir in den Himmel schauen und mit Jesus bitten: Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden!
Pfarrer Daniel Eschmann
Kontakt: 👤 (keine Angaben)