Prags Vielfalt erleben – ein Reisebericht

Prag<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-meilen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>46</div><div class='bid' style='display:none;'>88</div><div class='usr' style='display:none;'>36</div>
Tauchen Sie ein in die Erinnerungen unserer Prag Reisenden!
Eine sehr interessierte, muntere 24-köpfige Reisegesellschaft, unter der sorgsamen Leitung von Jacqueline Sonego Mettner und ihrem Mann Matthias, hatte sich am 8. September, gutgelaunt im Hotel Kampa Garden eingefunden. Die von der reformierten Kirche angebotene, einwöchige Gemeindereise liess keine Wünsche unterfüllt.
Gleich am ersten Abend wurde im Restaurant Sarah Bernhardt Jacqueline’s Geburtstag gefeiert. Ein perfekter Start also!

Bei meist strahlendem Wetter wurden wir durch unser Leiterteam mit einer extra dafür angefertigten, leuchtenden und wehenden Meilener Fahne durch das menschenreiche Prag gelotst; eine Stadt, in der sogar die Trottoirs eine Augenweide sind, denn diese bestehen aus, in Mosaikmuster angelegten, farbigen Pflastersteinen. Es ging also dank Fähnchen tatsächlich niemand verloren und alle hatten gutes Schuhwerk dabei.

Prag ist eine prächtige Stadt, ein architektonisches Museum! Und es gibt viele spannende Ausstellungen zu besuchen: Die Nationalgalerie hat ihre Schätze in Palästen, Klöster und Museen in der ganzen Stadt verteilt. Dank ihrem langjährigen Kontakt zum ausgewanderten Meilener Kunsthistoriker Marius Winzeler, konnte Jacqueline ihn wiederum auch für diese Gemeindereise, für exquisite Führungen gewinnen. Trotz den eigenen Ausstellungen, die er als Direktor der Nationalgalerie aufbaut und organisiert, nahm er sich viel Zeit um uns sein Prag und seine Kunst näher zu bringen: So durften wir mit ihm die phantastischen und einzigartigen böhmischen Gemälde des Mittelalters im Agnes-Klosters bewundern, allein, obwohl gerade die Vorbereitungen für einen grossen luxuriösen Empfang im Gange waren. Seine weitere Ausstellung «Böhmen-Sachsen: so nah, so fern» im prächtigen Sternberg-Palast sowie dessen Garten, konnten wir ebenfalls in Ruhe besichtigen. Selbstverständlich fehlte auch der gemeinsame Spaziergang zur Burg und zurück ins Zentrum nicht.

Ein weiterer Höhepunkt war aber auch das Verweilen in der Kirche «St. Martin in der Mauer» und der Vortrag mit Pfarrerin Frau Förster-Blume von der deutschsprachigen evangelischen Gemeinde Prag. Auch hier waren wir ganz für uns! Genau an diesem Ort wurde auf Anweisung von Jan Hus anno 1415 (er war dann bereits nach Konstanz gebracht worden, wo er im gleichen Jahr den Feuertod als Ketzer sterben musste) zum ersten Mal der Laienkelch gereicht. Eben dieses Symbol der ältesten Protestanten Böhmens, der Kelch, ist für alle sichtbar in einer Nische hinter dem Altar, aufbewahrt. Anschliessend hielt Jacqueline eine feine und schlichte Andacht. Dabei bildete ihr Kurzvortrag zur Reformation unter Zwingli sowie ihre theologische Sichtweise dazu, einen stimmigen Bogen zum eingangs erwähnten Vortrag. Beim abschliessenden gemeinsamen Singen des „Grosser Gott wir loben Dich“ und weiteren Kirchenliedern, setzte Urs Stauffer an der Orgel zusätzlich feierliche Akzente.

Mit Ivo Janousek schliesslich, unserem einheimischen Führer, waren wir ebenfalls fast täglich unterwegs. Er brachte uns das jüdische Viertel, den jüdischen Friedhof sowie das politische Prag anschaulich und mit Anekdoten gespickt, unterhaltsam näher.

Nebst all den vielen Eindrücken blieb trotzdem noch genügend Zeit, individuell oder in Grüppchen, je nach gusto, durch diese herrliche Stadt zu streifen: Sei es ein Tänzchen auf der Karlsbrücke zu feinen Jazzklängen, das Einkehren für ein Bierchen im John Lennon Pub unweit der gleichnamigen Graffiti-Wand, der Törtchen-Schmaus im IF Café, oder auch das Stöbern nach Souvenirs, alle kamen auf ihre Rechnung!

Selbstverständlich fehlten aber auch die kulinarischen Höhenflüge nicht und wir wurden sehr verwöhnt! Wir speisten unter anderem nicht nur auf, sondern auch an der Moldau mit herrlichem Blick auf die Prager Burg, stärkten uns im In-Café Slavia und dinierten zum Abschluss im berühmten Kampa Park Restaurant unweit unseres Hotels.

Als musikalischer Höhepunkt erlebten wir Brahms und Dvorak im Rudolfinum. Natürlich hatten wir hier, als auch im Nationaltheater (Oper Carmen) anfangs Woche, beste Plätze! Der Zufall wollte es, dass just genau derjenige Herr, den Matthias für ein Gruppenfoto vor dem Rudolfinum ansprach, der Vater des Solisten war, einem aufstrebenden jungen tschechischen Violoncellisten, dem die Herzen des Publikums nur so zuflogen! Einfach traumhaft war sein Spiel!

Am 14. Hiess es dann von Prag Abschied nehmen. Wir durften eine sehr gelungene, bereichernde und perfekt organisierte, kurzweilige und fröhliche Woche geniessen. Danke Jacqueline und Matthias! Da capo!
Christine Schneiter, Kirchenpflegerin
2019-09 Gemeindereise Prag
Rückblick Gemeindereise Prag, September 2019
19.09.2019
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Fotograf/-in
zvg