23.8. Leue-Träff Geissenpeter

22-08-leue-treff (Foto: Margrit Alija)
Im informiert 01/2022 berichtete Margrit Alija vom Verein «Kosovohilfe» zum ersten Mal von ihrem Hilfsprojekt. Alle Geldspenden kommen den Menschen vor Ort – ohne Abzüge – zu Gute.
11. Juni 2022, 6 Uhr: Es ist wieder soweit, mein Mann und ich starten erneut eine Reise in den Kosovo. Dieses Mal nehmen wir es gemütlich, geniessen die kroatische Küste, dann Montenegro, und via Albanien erreichen wir am 17. Juni Lipjan, wo die Familie meines Mannes wohnt. In Lipjan erwarten uns Verwandte, Freunde und ganz viel Arbeit. Zuerst widmen wir uns der Familie. In den Häusern der zahlreichen Schwestern meines Mannes gibt es einiges zu reparieren.

Spenden aus Meilen erleichtern das Leben

Dann starten wir die Besuche bei Kranken, Invaliden und Studenten, die wir unterstützen dürfen – dank der Kirche Meilen und persönlichen Spenden.

Da ist zum Beispiel ein krebskranker Mann. Er hat seit Ausbruch der Pandemie sein Haus nicht mehr verlassen, jetzt nimmt er seine Therapien wieder auf. Sein Allgemeinzustand hat sich physisch und psychisch sehr verschlechtert, neue Metastasen sind dazugekommen, seine Immunität null. Zum Glück hat seine Frau einen Job, zum Leben reichts für die sechsköpfige Familie nicht, aber für Medikamente oder Therapien.

Viel Freude machen uns die Studentinnen, sie sind allesamt fleissig und kommen weiter. Zwei haben bereit ihren Abschluss gemacht und sind auf Stellensuche. Das gestaltet sich als ausserordentlich schwierig. Die Löhne sind sehr tief, die Lebensmittelpreise haben sich fast verdoppelt. Ein grosser Teil der Bevölkerung lebt von der Hand in den Mund, Reparaturen oder gar Neuanschaffungen (z. B. auch Schuhe) sind schwierig. Trotz allem wird viel gelacht, man versucht die Situation mit Humor zu nehmen und hat grosse Hoffnung in die neue Regierung, die seit einem Jahr die Korruption intensiv bekämpft und viele Gelder in die Staatskasse zurückfordert, damit endlich die Renten erhöht werden können.

Zu Besuch beim Geissenpeter

Jetzt ist es soweit, heute besuchen wir den Geissenpeter. Er heisst Xhefdet. Unangemeldet überraschen wir ihn, natürlich bei den Ziegen. Nach der üblichen Begrüssung kommen die Kondulations-Rituale dazu, seine Mutter ist kürzlich verstorben. Es hat sich einiges geändert seit letztem Jahr. Dank unserer Unterstützung konnte er Land dazupachten. Eine Hektare Mais hat er angebaut und im Garten wachsen Kartoffeln, Tomaten, Peperoni, Gurken und Wassermelonen.

Schnell müssen wir uns vor einem Wolkenbruch in sein Wohnmobil retten. Zu acht sitzen wir gemütlich im Trockenen. Aus dem Fenster sehe ich zwei Gänse mit drei Jungen. «Seit dem 3. März sind 48 Gitzi auf die Welt gekommen», erzählt Xhefdet begeistert. Darum hat er zur Zeit natürlich weniger Milch. Den grössten Teil bringt er mit einem Mofa direkt zu den festen Kunden. Inzwischen hat der heftige Regen aufgehört, der Boden ist aufgeweicht und rutschig. Gemeinsam spazieren wir die drei Kilometer zu seiner Familie, wo es als erstes türkischen Kaffee und Lokum gibt.

Nach einem einfachen Abendessen mit reichlich Ziegenkäse wird von der Tochter Tee serviert. Die ganze Familie ist zuversichtlich, das Ziegengeschäft hat Erfolg und, wie er betont nicht zuletzt dank der reformierten Kirche Meilen und privater Spenden aus Meilen!
Shome faleminderit. Margrit Alija, Verein Kosovohilfe

Mehr Informationen und viele Fotos gibt es am kommenden Leue-Träff zu bestaunen.


Dienstag, 23. August
ab 14.00 Uhr, Kirchenzentrum Leue


Margrit Alija, Verein Kosovohilfe
IBAN CH54 0070 0110 0043 7948 0
Margrit Alija-Walder, General Wille-Str. 218, 8706 Feldmeilen