Urnenabstimmung «Schopf» 27.9.

200414_Schopf Meilen_EXT_Bauprojekt<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>ref-meilen.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>89</div><div class='bid' style='display:none;'>1946</div><div class='usr' style='display:none;'>36</div>
Neuer Wohnraum im Schopf – eine Investition in die Zukunft

Die Kirchenpflege beantragt am Urnengang vom 27. September einen Baukredit von Fr. 2.0 Mio. für den Totalumbau des sogenannten «Schopf» hinter dem Bau. In den informiert-Ausgaben vom 17. und 31. Juli erscheint hierzu ein grosses Interview mit Kirchenpfleger Martin Graf, zuständig für das Ressort Liegenschaften.

Lesen Sie an dieser Stelle das gesamte Interview:
Wie ist der Schopf heute genutzt?
Als die Kirchgemeinde Meilen im Jahr 1953 das Haus zum Bau an der Kirchgasse 9 erwarb, gehörte das dahinterliegende Ökonomiegebäude dazu. Dieses Gebäude erhielt bald einmal die Bezeichnung «Schopf», ein willkommener Lagerort für diverses Material und Gerätschaft. Über die Jahre kamen diverse ausgemusterte Möbel oder Einrichtungsgegenstände dazu. Im Zuge der gezielten Abfallbewirtschaftung kam weiteres Lagergut dazu.

Weshalb kommt es zu einem Totalumbau und nicht zu einer Renovation?
Der schätzungsweise 150-jährige Schopf ist durch Alterung und eindringendes Wasser, laut Expertise der Bauingenieure, von den Tragmauern bis zur Dachkonstruktion dringend zu sanieren. Gleichzeitig ist das Gebäude aber auch aus Sicht der Denkmalpflege für das Ortsbild am Sterneggweg und an der unteren Kirchgasse schützenswert. Aus diesem Grund wurde nach eingehenden Gesprächen mit den verantwortlichen Stellen der Gemeinde entschieden, einen Totalumbau ins Auge zu fassen. Das äussere Erscheinungsbild wird dabei weitgehend erhalten.

Was entsteht neu und weshalb?
Unter Totalumbau verstehen wir die Beibehaltung der heutigen Aussenmasse, die Erneuerung des Tragwerks und im Innern die Erstellung von Wohnräumen gemäss den geltenden Normen. Die Wiederverwendung der bestehenden Ziegel sowie der Aussenverkleidung dient der Erhaltung des Erscheinungsbildes.
Es besteht die Möglichkeit zwei Wohnungen und ein Studio in den «Schopf» einzubauen. Durch die Vermietung als Dienstwohnung oder Mietwohnraum können Einnahmen generiert werden. Zusätzlich kann bei der Rekrutierung, z. B. von Pfarrpersonen, ein zeitgemässes Wohnangebot gemacht werden. Dies bewog die Kirchenpflege zu diesem Konzept.
Selbstverständlich geht der Ersatzbedarf an Lagerraum nicht vergessen; diverse Möglichkeiten werden studiert, vorab die bestehende PW-Garage, die am Bau angebaut ist.


Der Kreditantrag lautet auf 2.0 Mio. Fr. Wie kommt es zu dieser hohen Zahl?
Wir haben es hier mit einem sehr speziellen Bauvorhaben zu tun. Abgesehen von der Demontage des bestehenden Gebäudes, müssen alle Bauarbeiten in sehr beengten Platzverhältnissen ausgeführt werden. Die Verwendung von Holz ermöglicht die Vorfabrikation von Bauteilen und deren Einbau vor Ort mit weniger Immissionen für die Nachbarschaft. Holz aus der Schweiz – so lautet unsere Vorgabe – hat naturgemäss einen höheren Preis. Schliesslich bedingen die Besonderheiten dieses Bauvorhabens relativ hohe Planungskosten.

Wichtig, der Projektierungskredit von Fr. 245‘000.– den die Kirchgemeindeversammlung vom 12. Juni 2019 bewilligte, ist im Baukredit von Fr. 2.0 Mio. ebenso eingerechnet, wie eine Reserveposition von Fr. 120‘000.–. Dank des Projektierungskredits konnten die Baukosten mit grosser Zuverlässigkeit ermittelt werden.



Wie wird das Projekt finanziert?

Unsere Kirchgemeinde verfügt über ausreichend frei verfügbare Geldmittel, um das Projekt zu finanzieren. Verbleiben diese Gelder weiterhin auf dem Bankkonto der Kirchgemeinde, erbringen sie einen mittleren Zins von rund 0.24 %. Für Fr. 2.0 Mio. sind dies lediglich Fr. 5‘000.– pro Jahr.

Investieren wir dieses Vermögen ins Bauprojekt, rechnen wir mit Erträgen aus Mietzinsen zwischen Fr. 55‘000.– und Fr. 70‘000.– pro Jahr. Das entspricht einer deutlich höheren Verzinsung von bis zu 3.5 % gegenüber einem Guthaben, das auf der Bank ruht und nicht investiert wird. Die genannte Bandbreite der kalkulierten Einnahmen ergibt sich aus der Vermietungsform als Dienstwohnung oder als Fremdvermietung.


Weshalb kommt der Projektkredit nicht vor die Kirchgemeindeversammlung? Liegt das an der Corona-Pandemie?
Kredite über Fr. 800‘000.– sind aufgrund unserer Kirchgemeindeordnung zwingend der Urnenabstimmung unterstellt. Es besteht also überhaupt kein Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Wird das Projekt von der Baubehörde überhaupt bewilligt?
Aufgrund des Planungsverfahrens, es war Teil des Projektierungskredits von Fr. 245‘000.–, konnte die Bewilligungsfähigkeit anhand des konkreten Projekts mit der Baubehörde der Gemeinde beurteilt werden. Mit Planungsstand April 2020 haben wir von dieser Seite einen zustimmenden Bescheid erhalten. Wir sind deshalb überzeugt, eine Baubewilligung erlangen zu können. Aus Kostenüberlegungen haben wir auf die Einreichung des Baugesuchs vor der Urnenabstimmung über den Baukredit verzichtet. Aus formellen Gründen kann die Baubehörde selbstverständlich erst anhand des eingereichten Baugesuchs definitiv entscheiden.

Was passiert, wenn der Kredit nicht angenommen wird?
Wenn der Kredit abgelehnt würde, könnte die geplante Nutzung für Wohnraum nicht realisiert werden. Dennoch müsste das Gebäude aus Sicherheitsgründen mit Kosten von rund Fr. 370‘000.– saniert werden. Diese stehen natürlich in keinem vertretbaren Verhältnis zur Nutzung als gewöhnlichen Lagerraum.
Der Wegfall von jährlichen Mieterträgen in der Grössenordnung von Fr. 60‘000.– wäre für die Finanzen unserer Kirchgemeinde sehr schmerzlich und bliebe mittelfristig wohl nicht ohne Konsequenzen.


Was sind denn die wichtigsten Gründe für dieses Projekt?
Die Kirchenpflege verschafft sich mit dieser Investition gleich mehrere, gewichtige Vorteile. Sie erschliesst eine wichtige, zusätzliche, nachhaltige Einnahmequelle; sie kann bei künftigen Anstellungen Dienstwohnungen zu vergleichsweise günstigen Konditionen anbieten; sie umgeht den finanziellen Aufwand für die unumgängliche Sanierung des Gebäudes ohne entsprechenden Gegenwert; sie leistet zudem einen Beitrag zur Belebung der Kirchgasse.

Ich danke für die Fragen und die Gelegenheit Stellung nehmen zu können.


Ansichten und Pläne «Schopf»
10.07.2020
6 Bilder
Fotograf/-in
Architekturbüro Peter Moor GmbH,...